Bevorzugung durch die Eltern
Bevorzugung durch die Eltern: Eine Wunde, die von den Nächsten zugefügt wird
Nichts schmerzt ein Kind mehr, als das Gefühl zu haben, dass die Liebe der Eltern ungleich verteilt wird und der Bruder oder die Schwester einen höheren Status im Haus genießt. Ein Kind mag mit der Zeit vieles vergessen, aber das Gefühl von Ungerechtigkeit, Bevorzugung oder Vernachlässigung vergisst es selten.
Elterliche Bevorzugung macht Kinder nicht besser; sie reißt verletzte Herzen. Ein Kind, das sich weniger geliebt fühlt als seine Geschwister, kann mit Minderwertigkeitsgefühlen, Traurigkeit und Unsicherheit aufwachsen, während das bevorzugte Kind Stolz entwickeln oder das Gefühl haben kann, besondere Privilegien auf Kosten der Geschwister zu verdienen.
Die Bibel veranschaulicht die Gefahr dieser Bevorzugung eindrücklich in der Geschichte von Jakob und Josef. Jakob liebte Josef mehr als alle seine Söhne, und die Folge dieser Bevorzugung war, dass die Herzen seiner Brüder von Neid und Eifersucht erfüllt waren, so sehr, dass sie ihn in die Sklaverei verkauften.
Der Apostel Paulus sagt:
„Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, damit sie nicht mutlos werden.“ (Kolosser 3,21)
Er sagt auch:
„Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Weisung des Herrn.“ (Epheser 6,4)
Der Herr ruft Eltern nicht nur dazu auf, ihre Kinder zu ernähren und zu versorgen, sondern sie mit Gerechtigkeit, Liebe und Weisheit zu behandeln, denn die Seelen der Kinder sind ihnen anvertraut.
Der heilige Johannes Chrysostomus erklärt dieses Gebot und sagt, dass Eltern ihre Kinder nicht hart, ungerecht oder bevorzugt behandeln sollen, denn dies bricht ihren Geist und sät Kummer in ihre Herzen. Bevorzugung unter Kindern erzeugt Bitterkeit und Neid und schwächt die brüderliche Liebe, die Gott in der Familie vorgesehen hat.
Johannes Chrysostomus zeigt anhand der Geschichte Josefs, dass ungleiche Liebe unter Kindern Neid im Elternhaus schüren kann. Deshalb sollten Eltern ihre Liebe gerecht auf alle ihre Kinder verteilen.
Basilius der Große mahnt Eltern, ihre Kinder nicht zu bevorzugen, weder beim Geben noch beim Loben oder Zuwendung, denn gerechte Liebe bewahrt den Zusammenhalt der Familie und beugt Geschwisterfeindschaften vor.
Theophan der Einsiedler bekräftigt, dass ein Kind tiefgreifend von der Behandlung durch die Eltern geprägt wird und dass eine ungerechte oder ungleiche Erziehung psychische und spirituelle Narben hinterlassen kann, die viele Jahre anhalten.
Gott selbst ist unparteiisch, wie die Heilige Schrift sagt:
„Denn Gott ist unparteiisch.“ (Römer 2,11)
Wenn Gott der Vater seine Kinder gerecht liebt, wie viel mehr sollten Eltern dann diese göttliche Liebe in ihren Familien widerspiegeln?
Kinder verlangen keine Perfektion von ihren Eltern; vielmehr sehnen sie sich danach, geliebt und angenommen zu werden. Ein ermutigendes Wort, ein liebevoller Blick oder eine gerechte Behandlung können eine starke und geborgene Seele fürs Leben formen.
Hüten wir uns vor Vergleichen, Bevorzugung und Voreingenommenheit, denn Liebe gedeiht in einem Zuhause, in dem Gerechtigkeit herrscht, während Diskriminierung Wunden sät, die jahrelang im Herzen schmerzen können.
Wahre Liebe bevorzugt kein Kind gegenüber dem anderen, sondern lässt jedes Kind sich vollkommen geliebt fühlen und einen Platz im Herzen seiner Eltern haben, den niemand sonst einnehmen kann.
Gerechtigkeit unter Kindern ist nicht nur eine Erziehungsmethode, sondern ein lebendiges Zeugnis von Gottes Liebe in der Familie. Wer Frieden unter seinen Kindern wünscht, soll ihnen gleiche Liebe entgegenbringen, denn was mit Gerechtigkeit gesät wird, bringt Segen hervor, was aber mit Bevorzugung gesät wird, bringt Spaltung und Schmerz hervor. 🥺☦️
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